Projekt “Die Schule rollt”

Wie fühlt es sich an, in einem Rollstuhl zu fahren? Wie kann man Hindernisse bewältigen? Wie gestaltet sich der Alltag im Rolli? Eindrücke „er-fuhren“ – im wahren Wortsinne – Schülerinnen und Schüler der Pfarrer-Sode-Grundschule in Nentershausen. Das Projekt „Die Schule rollt“, umgesetzt durch den TV Laubenheim, machte es möglich. Die Schulkinder erhielten während des Sportunterrichts Einblicke in die Bewegungsmöglichkeiten im Rollstuhl. Das Trainerteam vom TV Laubenheim informierte über Schwierigkeiten, gab Tipps und erklärte Details über das Rollstuhlfahren und entsprechende Verhaltensweisen.

„Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Viele von uns haben zum ersten Mal in einem Rollstuhl gesessen. Durch das Projekt haben wir erfahren, welche Hürden Menschen mit einer Beeinträchtigung im Alltag zu bewältigen haben“, erklärte Klassenlehrer Daniel Biener. „Die Kinder waren von den Übungen und Spielen begeistert. Es ist erstaunlich, welche Vielfalt an Bewegungsbeispiele es für den gemeinsamen Sport gibt“, berichtete der Klassenlehrer weiterhin. Seine Kollegin Christine Görg ergänzt: „Am Aktionstag haben wir viele tolle Anregungen und Materialien für die Umsetzung eines inklusiven Sportunterrichts erhalten. Davon profitieren unsere Schülerinnen und Schüler gleichermaßen, ob mit oder ohne Beeinträchtigung.“

Bei ihrer Rolli-Testfahrt am Parcours erlebten die Schulkinder, was schon kleine Stufen oder Bordsteinkanten von Menschen im Rollstuhl abverlangen. Sie erfuhren, mit welchen Hindernissen Menschen im Rollstuhl rechnen müssen. „Das war heute einmal ein ganz anderer Sportunterricht. Er war für uns alle interessant und hat großen Spaß gemacht. Wir haben viel gelernt und freuen uns über gemeinsame Spiel- und Sportmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung“, war einhellige Meinung am Ende der Veranstaltung. Besonders toll war, dass die Schulkinder alle Fragen mit so großer Offenheit beantwortet bekamen.

 „Eigene Erfahrungen sammeln und ausprobieren – das ist gerade für Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Positive Bewegungserfahrung stärkt die Entwicklung und das Selbstbewusstsein aller Kinder. Auch für die Lehrkräfte sind die Erfahrungen von großer Bedeutung“, sind die Projektinitiatoren überzeugt. Die Lehrkräfte erhalten nützliche Informationen rund um das gemeinsame Sporttreiben. „Durch die inhaltliche und finanzielle Unterstützung der Unfallkasse und des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbands Rheinland-Pfalz ist es uns möglich, das Projekt in die Schulen zu bringen und jungen Menschen den Spaß am Rollstuhlfahren aufzuzeigen. Wir möchten dazu beitragen, rollstuhlfahrende Kinder und Jugendliche im Regelsportunterricht einzubinden. Es ist einfach toll zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind und wie sich durch diese Art des Sportunterrichts neue Sichtweisen eröffnen“, erläuterte das Team vom TV Laubenheim.

Wer Interesse am Projekt „Die Schule rollt“ hat, findet weitere Informationen unter www.ukrlp.de.